Zero Waste und das liebe Geld

Geld & Zero Waste

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Eine Brotdose für 29,99 Euro, ein T-Shirt für 50 Euro und bitte nur Bio-Lebensmittel…ein sehr grüner Lebensstil kostet Geld, und das in einer Zeit der hohen Mieten und Energiekosten. Wie schafft man es, allein oder mit Familie, einen Lebensstil zu führen, mit dem man sich gut fühlt und der gesund ist?

Für mich liegt der Schlüssel darin, das Geld für gute Qualität und dafür weniger für Quantität auszugeben. Ist man einmal in der Spirale, dass man gute Sachen hat, die lange halten, funktioniert das einwandfrei! Wie aber kommt man da hin?

Wie ist es mir ergangen? Ich bekam während dem Studium meine erste Tochter. Kein Bafög, kein Studienkredit – was ich hatte musste ich verdienen. Gut so, aber viel war es einfach nicht.

Also fing ich an, an vielen kleinen Stellen zu sparen. Nach einer Weile stellte ich fest, dass zwei Punkte für mich sehr wichtig waren, die langfristig dazu geführt haben, dass wir direkt nach dem Studium uns ein Auto kaufen, in eine größere Wohnung ziehen und Hochzeit feiern konnten:

    • Der wohl wichtigste, aber unterschätzteste Punkt: Glücklich sein und sich selbst (und anderen) Gutes tun. Das Konsumverhalten ändert sich stark mit dem Erfüllen von eigentlichen und wirklichen Bedürfnissen. Werden diese nicht erfüllt, wird häufig ein (unbewusster) Ausgleich durch Konsum erzielt. Luxusverhalten lässt sich dadurch dem Geld anpassen, nicht andersherum.
    • Wer wenig Geld für Dinge ausgibt, die in Relation zur Qualität teuer sind, hat genug Geld, um für gute Qualität zu bezahlen. Dies führt zu einem Kreislauf: Gute Qualität hält länger, es muss weniger in Quantität ausgegeben werden. Kurz gesagt: Wer billig kauft, kauft öfter. Und wer öfter kauft, bezahlt mehr.

Es gilt: Der Konsum muss umgelenkt werden. Nicht gestoppt, wir brauchen unsere Wirtschaft!

ABER: um Qualität kaufen zu können (z.B. ein hochwertiges T-Shirt, was lange hält statt einem billigen, was drei Wäschen hält) muss erst einmal der laufende Grundbedarf gedeckt sein – und der möchte auch bezahlt werden. Wie kann man dabei trotzdem Geld sparen?

Meine 10 Tipps

 

  • Nachdenken. Stelle dir vor dem Kauf Fragen: Brauche ich es wirklich? Wie oft werde ich in den nächsten drei Monaten, 6 Monaten oder 12 Monaten dieses Teil benutzen? Kann ich es durch etwas ersetzen was sich bereits in meinem Besitz befindet? Wie viel Freude bereitet es mir? Welche Vorteile ziehe ich aus seinem Besitz?
  • Abwarten. Es lohnt sich, auf eine Nebensaison zu warten und Sachen im Ausverkauf schon im Voraus für die nächste Saison zu kaufen. So sind jetzt Wintersachen und Weihnachtssachen reduziert. Überraschenderweise wird beides wiederkommen. Weihnachtskarten werden auch 2019 gebraucht oder ein Wintermantel für die nächste kalte Saison. So ich habe einmal einen Cashmere Wintermantel um 250 Euro reduziert gekauft – er hält nun seit 6 Jahren und amortisiert sich immer weiter. Zum Neupreis hätte ich ihn mir nie leisten können.
  • Selber machen. Der Teufel steckt im Detail – und so ist es auch bei laufenden Kosten. Gerade die vielen kleinen Dinge summieren sich. Waschmittel selber machen, Brot backen, Kissenhüllen nähen, Kräuter sammeln…Man kann sehr vieles selber machen. Übrigens: Total egal ob Männlein oder Weiblein.

  • Second Hand kaufen. Ob Kleidung, Hausrat, Geschenke, Bücher oder Autos – der Gebrauchtmarkt ist voll von tadellosen Sachen. Sie sind günstiger, schonen die Ressourcen und sind oftmals (z.B. Hausrat) bereits erprobt und bewährt. Ich kaufe sogar meine Kerzen im Recyclingkaufhaus. Kleiner Tipp: Auf EBay Kleinanzeigen lohnt sich abwarten auch! Es kommt immer mal jemand, der nur schnell seine Sachen loswerden will. So hat mein Vater dort einmal eine neue Haustür für 2,50 Euro gekauft.
  • Auf versteckte Ausgaben achten. Es geht jeden Tag auf einen Plausch ins Café? Die Dusche läuft für mindestens 45 Minuten? Ein überteuerter Handyvertrag läuft immer weiter und weiter? Auf solche Kleinigkeiten lohnt es sich zu achten! Außerdem sollte man nichts auf Teilzahlung kaufen. Wirklich gar nichts. Deswegen war unser erstes Auto ein Lancia Lybra. Weder hipp noch schick, aber unschlagbar günstig.
    • Laster überwinden. Die meisten Laster sind sehr kostspielig. Natürlich muss man seine Prioritäten kennen und wem sein Laster das Geld wert ist, das er dafür ausgibt, dem sei es auch gegönnt. Aber wenn man sich vor Augen hält, was Zigaretten und Alkohol so kosten, kann man sich durchaus überlegen, ob man nicht doch die Kosten spart.

 

  • Spaß an kostenfreien Sachen finden. Wir fahren mit unseren Kindern nicht ins Legoland, sondern an einen Fluss, wo wir Borkenboote treiben lassen. Im Studium haben mein Mann und ich uns morgens vor der Vorlesung auf der Wiese vor dem Gebäude getroffen und dort gepicknickt (mitgebrachte Sachen versteht sich). Die Welt ist voll von kostenlosen Aktivitäten und Momenten. Man muss sie nur suchen.
  • Sich Sachen wünschen. Freunde und die liebe Verwandtschaft fragen bei uns zwei Mal jährlich was wir uns zu Geburtstag und Weihnachten wünschen. So gefragt habe ich nie Wünsche. Jetzt lege ich Wunschlisten an, wo ich sinnvolle Wünsche aufschreibe sobald sie mir einfallen
  • Weniger ist mehr. Wer viel hat, kauft schon mal doppelt, weil er die Übersicht verloren hat. Und eigentlich…braucht man gar nicht so viel. Also: Regelmäßig ausmisten und sich eine Übersicht verschaffen
  • Kreativ werden. Man kann aus so vielen Sachen andere Sachen machen, oder einfach weiterverwenden. Schnüre von Paketen werden bei mir gesammelt und genutzt, Marmeladengläser erhalten alle möglichen Aufgaben, Handtücher werden zu Spültüchern und mit Altpapier kann man basteln. Aber auch richtig schöne Sachen kosten manchmal kein Geld, man muss nur die Augen aufhalten. So wurde aus einer Keksschachtel, die mir meine Nachbarin aus London mitgebracht hat, kurzerhand ein Bild im Rahmen.

Mittlerweile studieren wir nicht mehr, haben ein regelmäßiges Einkommen und keine Sorgen. Was haben wir geändert? Erstaunlich wenig. Wir kaufen weiterhin das meiste Second Hand und machen viel selbst. Wir sind glücklich, unseren Kindern mangelt es an nichts und ich würde niemals etwas an unserem Weg ändern.

Habt ihr noch Tipps zum Geld sparen?

Eure Hannah

 

Hannah

Die Autorin

“Hi! Ich bin Hannah: 

Chaotin, Mama, Ehefrau, Selbstständige und überaus neugierig. Ich gehe seit einigen Jahren meinen Weg zum Zero Waste und möchte euch von meinen Erfahrungen erzählen.”

Autorin bei FREIRAUMREH

“Freundin, Herzensschwaegerin, Mama meiner wundervollen Nichten, Familie, Liebster Gluecksfall!” Kim

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