Konsumverzicht vs. Neukauf – warum wir Fashion Marken pushen müssen

Lesezeit 4 Minuten

Konsumverzicht ist nicht der allgemein gültige Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Leben. Wenn wir die Modeindustrie langfristig verändern möchten, brauchen wir aufstrebende Fair Fashion Marken und müssen diese unterstützen. Gewagte These? Nicht unbedingt. Im Folgenden findest Du 5 Aspekte, die für den bewussten Neukauf sprechen und zum Umdenken anregen.

Abseits vom Konsumverzicht: Die Fashion Week zeigt ein steigendes Bewusstsein für nachhaltige Mode

Anfang Juli 2019 fand wieder die Fashion Week in Berlin statt. Schon letztes Jahr konnte man auch hier das steigende Bewusstsein für nachhaltige Mode erkennen anhand der Fachmessen „Green Showroom“ und „Ethical Fashion Show Berlin“. Dieses Jahr fand in der Hauptstadt erstmals die Fachmesse Neonyt Trade Fair statt, die die beiden ursprünglichen Messen vereint. Im Zuge der „Going Green“ Bewegung, werden über 150 nachhaltige Labels präsentiert, die beweisen, dass Style und bewusste Produktion sich nicht ausschließen. Das ist ein toller Fortschritt, doch in Summe betrachtet noch recht gering. Denn natürlich mischen hier auch die Big Player der Modeindustrie mit und jede Besucherin, die was auf sich hält, trägt ein Teil vom bekannten Designer. Kleine Fair Fashion Marken können auf speziellen Events und Fachmessen während der Fashion Week Position beziehen und eher spezielle Nischen der Besucherschaft erreichen. Doch wie kann diese Nische verlassen werden?

Konsumverzicht vs. Neukauf – 5 Gründe, die für bewusstes Shopping sprechen

 

1.     Fact, der zum Nachdenken anregt: Auch wenn wir mehr und mehr umdenken besteht lediglich 1 Prozent der Modeindustrie in Deutschland aus Fair Fashion Marken (Stand 2018). Die größten Marktanteile und den höchsten Einfluss besitzen immer noch die großen, bekannten Modehäuser.

2.     Kann Konsumverzicht die Lösung sein? Es gibt nur wenige, die ihn komplett durchziehen. Viele versuchen sich eher temporär daran so wie zum Beispiel bei den sogenannten Shopping Diäten. Diese Challenges ziehen sich gerade durch die sozialen Netzwerke und mutieren seit letztem Jahr zum Trend. Zeitlich abgesteckt sicherlich eine schöne Idee, da man eine bestimmte Zeit nichts kauft und sich nun intensiv mit der eigenen Garderobe beschäftigt. Doch auf längere Sicht ist es nur zielführend, wenn man das eigene Shoppingmuster nach der Shopping Pause ebenfalls anpasst.

3.     Konsumverzicht darf in Maßen stattfinden. Doch wenn wir in der Modeindustrie etwas mitbewegen möchten, reicht es nicht aus, dem Konsum komplett zu entfliehen. Unser gesamtes Wirtschaftssystem baut darauf auf. Konsum bedeutet auch nicht grundlegend etwas Schlechtes. Vielmehr geht es darum, den Konsum nachhaltig und bewusst zu gestalten.

4.     Aufstrebende Fair Fashion Marken bringen schon großartige Werte-Konzepte mit wie zum Beispiel die Wiederverwertung von Plastikmüll. Doch brillante Ideen alleine reichen noch nicht aus.

5.     Somit wird unsere Unterstützung gebraucht, denn wir als Konsumenten können dazu beitragen, dass kleine kleine Marken wirtschaftlich werden.  Der Punkt ist ja: Erst wenn diese wirtschaftlich werden, können sie innerhalb der Modeindustrie Flagge zeigen und für einen Wandel sorgen.

6.     Abschließend: Konsumverzicht – Ja oder Nein? Auszeiten können echt guttun, auch im Modebereich. Gönn sie Dir gerne. Doch langfristig gesehen, bist Du herzlich eingeladen Dich einzubringen, aber eben mit Verstand und Sinn für nachhaltige Wege. Denn das ist genau das was wir brauchen, um unser Konsumverhalten anders zu gestalten. Bewusst kaufen von den Marken, die nachhaltig agieren und somit nicht unseren Ressourcen schaden und dann lange Freude an den neuen Sachen haben, um den Kreislauf möglichst lange zu halten.

Nachhaltig mitmischen: So findest und erkennst Du faire Modemarken.

Zuletzt bleibt die Frage, wie man eigentlich genau diese kleinen Marken findet? Online sind Magazine wie Utopia oder nachhaltige Blogs zu empfehlen. Offline kommt es auf den Wohnort drauf an. Große Städte wie München oder Berlin bieten einige Läden mit nachhaltiger Mode. Oft zu finden in jugendlichen, hippen (Künstler)-Vierteln. Bitte beachte, dass es bei Fair Fashion verschiedene Stufen gibt. Verschiedene Siegel sorgen für Transparenz und geben Aufschluss über Produktion, Materialien und Co. Am besten liest Du dir die einzelnen Siegel online durch zum Beispiel bei Utopia.

Wie stehst Du zu dem Thema? Hinterlasse gern Deinen Kommentar und beteilige Dich an der spannenden These.

Birte

Gast-Autorin

“Hi! Ich bin Birte..

..und wohne mit meiner Familie am Fuße der Alpen, ein Paradies für regionales Essen :). Nachhaltigkeit und Fair Fashion wird bei uns schon seit Jahren groß geschrieben. Wenn ich nicht gerade beim Wandern bin, findet Ihr mich auch online. Ich bin Geschäftsführerin von Mami first und biete in Zusammenarbeit mit Expertinnen Online Geburtsvorbereitung- und Rückbildungs-Kurse an.“

Gast-Autorin bei FREIRAUMREH