Altkleider Wahnsinn: Warum wir mit unseren Spenden nicht nur Gutes tun

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Nur mal eben die Altkleider Tüte zum Container bringen und endlich wieder Platz im Kleiderschrank. Dass wir mit unseren Altkleider Spenden nicht nur Gutes tun, ist vielen Menschen leider gar nicht bewusst. Das Problem: In Deutschland werden jährlich ca. eine Million Tonnen Altkleider in Container oder Sammlungen gegeben. Wenn Du Dir die Menge in Form von LKWs vorstellen würdest, kämen wir auf rund 62.000 Fahrzeuge. Warum die Altkleider Spende auch ihre Schattenseiten hat und was wir aktiv tun können, erfährst Du im Folgenden.

Kleidungsstücke für die Ewigkeit? Wohl kaum! 

Bis zu 24 Kollektionen erscheinen jährlich in den Läden, wir werden täglich inspiriert von Shopping Hauls und die Firmen locken noch dazu mit sensationellen Preisen. Kein Wunder, dass unsere Kleiderschränke überquellen. Wer nicht im Kleiderberg versinken möchte, bringt die Altkleider zum hiesigen Container und freut sich über mehr Platz – bis die nächste Shoppingtour ansteht. Warum behalten wir unsere Kleidung nicht mehr so lange wie es vielleicht früher üblich war? Zum Einen sind es natürlich die ständig wechselnden Trends und Einflüsse von Außen. Andererseits ist aber auch die niedrige Qualität der preiswerten Kleidungsstücke ein Grund. Dadurch hält das neue T-Shirt nur noch halb so lang und sieht schnell verwaschen aus. Die Konsequenz: Es kommt in die Altkleidersammlung.

Warum Altkleider kaum noch verwertet werden können

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob diese Tatsache denn wirklich so schlecht ist. Immerhin freuen sich doch Bedürftige über meine Altkleider. Das dachte ich auch lange Zeit. Leider ist vielen von uns nicht bewusst, dass wir in Deutschland gar nicht so viele Bedürftige haben in Relation zu der massiven Anzahl an Altkleidern. Weniger als 10 Prozent wird wirklich bei uns benötigt. Kommerzielle Altkleidersammler kaufen anschließend den großen restlichen Anteil. Doch für die sind eher hochwertige Kleidungsstücke brauchbar, da die Qualität gefragt ist. Dort wo wir Gutes tun möchten, kommt die Spende nicht nur positiv an. Denn in Afrika zum Beispiel wehrt man sich zunehmend gegen die Masse an Altkleidern.

 

Die Schattenseiten unserer Altkleider Spenden

1.   Die Märkte in Afrika werden von der Flut an Spenden erdrückt. Aus diesem Grund sehen einheimische Produzenten unsere Altkleidergaben eher als unliebsame Konkurrenz an. Denn durch die kostenlose Abgabe, entsteht ein großer Preisvorteil auf dem Markt. Noch größer als bei chinesischen Waren. Dieser Vorteil lässt sich kaum aufholen, wenn man selbst produziert

2.   Man weiß gar nicht mehr wohin. Schon mal bei Dir um die Ecke gesehen? Die Container quillen über und an vielen Standorten liegen die Kleider sogar mittlerweile schon auf dem Boden vor dem Abgabeplatz

3.   Hinzu kommt die schlechte Qualität der Altkleider. Billige Materialen bringen weniger Geld ein und der Import in andere Länder ist oft teuer als das Kleidungsstück selbst

4.   Durch die schlechten Verwertungsmöglichkeiten und die hohe Anzahl an Altkleidern spielen Städte mit dem Gedanken für die Entsorgung künftig Geld zu verlangen. Aktuell ist die Altkleider Spende noch kostenlos

5.   Letztendlich ist es auch der Öko-Aspekt. Warum trennen wir uns so schnell wieder von Kleidern? Ist es nicht grandios, wenn man das eine rote Lieblingskleid schon 10 Jahre besitzt und sich jedes Mal an all die schönen Momente erinnert, wenn man es aus dem Schrank hervorholt. Warum können Kleider nicht wieder Erinnerungsstücke werden anstatt Eintagsfliegen?

 

 

Was wir tun können, um es zukünftig besser zu machen

Es gibt zwei große Aspekte, die Du zukünftig beachten kannst, um die Altkleider Last zu minimieren. Gehe bewusster einkaufen und setze lieber auf Qualität statt Quantität. Auch der Kauf von Second-Hand-Kleidung auf Plattformen wie Kleiderkreisel trägt dazu bei den Konsum von Neuware zu reduzieren.

Außerdem kannst du wirklich kaputte Kleider und Co auch zu Hause selbst recyclen. Wie das geht? Nun wie wäre es zum Beispiel mit einem Putzlappen fürs Fenster aus einer alten Strumpfhose? Oder Du nähst aus Stoffresten etwas Neues – sofern Du darin geschickt bist 🙂

Birte

Gast-Autorin

“Hi! Ich bin Birte..

..und wohne mit meiner Familie am Fuße der Alpen, ein Paradies für regionales Essen :). Nachhaltigkeit und Fair Fashion wird bei uns schon seit Jahren groß geschrieben. Wenn ich nicht gerade beim Wandern bin, findet Ihr mich auch online. Ich bin Geschäftsführerin von Mami first und biete in Zusammenarbeit mit Expertinnen Online Geburtsvorbereitung- und Rückbildungs-Kurse an.“

Gast-Autorin bei FREIRAUMREH