Kuschelige Wintermode Teil 2

Lesezeit 4 Minuten

Ersten Teil verpasst?
Hier geht’s zum ersten!

Stark in der Kritik: Das sogenannte Mulesing

Um möglichst viel Wolle produzieren zu können, sind Schafe geeignet, die viele Hautfalten bilden. Durch diese besondere Züchtung geben die Tiere viel Wolle. Allerdings gibt es einen großen Nachteil. Falten am After sorgen dafür, dass Kot und Urin in der Wolle hängen bleiben. Dadurch wird die Wolle unbrauchbar. Um das zu vermeiden, wird leider nicht selten das sogenannte Mulesing betrieben. In der Regel ohne Betäubung entfernt man einjährigen Lämmern vorsorglich Hautstücke am Afterbereich, um die Faltenbildung an dieser Stelle zu vermeiden. Dass dieser Vorgang mit großen Schmerzen für die Tiere verbunden ist, kann sich jeder ausmalen.

 

Nachhaltige Wolle und spannende Alternativen zum Material

Die große Frage, die man sich jetzt stellt: Sollte ich besser auf Wolle verzichten? Pflanzliche und synthetische Textilfasern gelten mittlerweile als tierfreundliche Alternative. Hanf zum Beispiel besticht durch optimale Produktionsbedingungen und eine hohe Strapazierfähigkeit. Ein weitere interessante Option sind die sogenannten SeaCell-Fasern. Hier wird getrockneter Seetang mit Zellulosefasern verbunden. SeaCeel-Fasern sind sehr porös und fördern optimal die Feuchtigkeitsaufnahme – und abgabe. Dadurch wird die Haut im Winter schön warm gehalten. Übrigens wirkt das Material durch die enthaltenen Braunalgen entzündungshemmend auf der Haut. Perfekt für Menschen mit empfindlicher Haut. Wer dennoch nicht auf Alternativen umsteigen möchte, sollte ausschließlich nachhaltige Wolle kaufen. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass Begriffe wie “Bio” nicht geschützt sind. Deswegen ist es besser noch auf andere Label und Siegel zu vertrauen.

 

 

Vier wichtige Label/Siegel, auf die Du achten kannst

  1. RWS (Responsible Wool Standard): Dieses Siegel umfasst den Tierschutzstandard bezogen auf Produkten aus Wolle. Mulesing wird hiermit zum Beispiel ausgeschlossen. Allerdings gibt es keine Auskunft zu möglicherweise verwendeten Chemikalien.

 

  1. GOTS (Global Organic Textile Standards): Das Ziel dieses Siegels ist es die gesamte Produktionskette von Textilien für den Verbraucher nachvollziehbar zu machen. Ein weltweit einheitlicher ökologischer und sozialer Standard bildet die Grundlage. Übrigens muss 70 % des Faseranteils aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammen. Ab 95 % Bio-Anteil dürfen Firmen den Zusatz “organic” ausweisen.

 

  1. “Naturtextil” Best des IVN: Auch dieses Siegel stellt hohe Anforderungen in Hinblick auf eine sozial- und umweltfreundliche Produktion und gewährt dadurch ebenfalls einen guten Verbraucherschutz. Sämtliche Abläufe der Herstellung und Verarbeitung werden hierfür kontrolliert.

 

  1. kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung): Dieses Siegel gewährleistet die artgerechte Tierhaltung wie zum Beispiel große Weideflächen der Schafe und die natürliche Fortpflanzung. Besonders wichtig ist auch, dass schonende Tiertransporte und ein Verzicht auf das Mulesing vorausgesetzt werden.

 

Wenn man beim Einkaufen etwas Acht gibt auf entsprechende Siegel, dann muss man nicht auf kuschelige Wintermode verzichten. Neben  der nachhaltigen Wolle, sollten aber auch die zahlreichen tierfreundlichen Alternativen in Betracht gezogen werden.

Worauf legst Du wert, wenn Du warme Winterkleidung shoppst? Achtest Du auf nachhaltige Wolle?

Birte

Gast-Autorin

“Hi! Ich bin Birte..

..und wohne mit meiner Familie am Fuße der Alpen, ein Paradies für regionales Essen :). Nachhaltigkeit und Fair Fashion wird bei uns schon seit Jahren groß geschrieben. Wenn ich nicht gerade beim Wandern bin, findet Ihr mich auch online. Ich bin Geschäftsführerin von Mami first und biete in Zusammenarbeit mit Expertinnen Online Geburtsvorbereitung- und Rückbildungs-Kurse an.“

Gast-Autorin bei FREIRAUMREH